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Soziokratie und Gewaltfreie Kommunikation

Soziokratie und Gewaltfreie Kommunikation

Erasmus+ Fortbildung in Bonn

Von 22. bis 23. November 2025 nahm ich in Bonn an einer internationalen Fortbildung zu Soziokratie und Gewaltfreier Kommunikation teil. Gemeinsam mit Teilnehmenden aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen – darunter Bildungseinrichtungen, Umweltorganisationen, Foodsharing-Initiativen und gemeinschaftliche Wohnprojekte – wurden Wege erarbeitet, wie Zusammenarbeit, Mitbestimmung und Entscheidungsprozesse nachhaltig gestaltet werden können.

Im Mittelpunkt standen soziokratische Organisationsformen. Dabei wurde untersucht, wie Aufgaben, Rollen und Verantwortlichkeiten transparent verteilt werden können und wie sogenannte Kreisstrukturen Beteiligung und Eigenverantwortung fördern. Besonderes Augenmerk lag auf der Frage, wie Informationen und Entscheidungen zwischen verschiedenen Ebenen einer Organisation wirksam fließen können, ohne unnötige Hierarchien oder Machtkonzentrationen entstehen zu lassen.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg. In praktischen Übungen wurde trainiert, Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse und Bitten klar voneinander zu unterscheiden und Spannungen in Gruppen konstruktiv zu bearbeiten. Einwände und unterschiedliche Sichtweisen wurden dabei nicht als Hindernisse verstanden, sondern als wertvolle Beiträge für bessere Entscheidungen.

Für die Schule im Pfeifferhof ergeben sich daraus zahlreiche Anregungen. Die erlernten Methoden unterstützen uns dabei, Beteiligungsprozesse weiterzuentwickeln, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen und eine Kultur des respektvollen Dialogs zu stärken. Besonders in einer Schule, die auf Selbstbestimmung, demokratische Bildung und gemeinschaftliches Lernen setzt, bieten die Ansätze der Soziokratie wertvolle Impulse für die weitere Schulentwicklung.

Neben den fachlichen Inhalten war auch der internationale Austausch ein großer Gewinn. Die Begegnungen mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Organisationen eröffneten neue Perspektiven auf Zusammenarbeit, Organisationsentwicklung und Partizipation. Erasmus+ ermöglicht es uns, solche Erfahrungen nach Graz mitzunehmen und für unsere Schulgemeinschaft nutzbar zu machen.

Auch die An- und Abreise erfolgte im Sinne der Erasmus+-Priorität Nachhaltigkeit bewusst mit dem Zug. Die Reise verlief angenehm und zeigte einmal mehr, dass internationale Mobilität und klimafreundliches Reisen gut miteinander vereinbar sind.

Erasmus+ macht europäische Werte wie Zusammenarbeit, Beteiligung, Vielfalt und nachhaltiges Handeln unmittelbar erlebbar. Die in Bonn gewonnenen Erfahrungen werden unsere Schule auch in Zukunft bereichern und weiterentwickeln.

Christof Prem
Juni 2026