Weg vom Leisten und Funktionieren-Müssen, hin zum SEIN-Dürfen und Beitragen-Können.
Im Rahmen unseres Projektes „Ski-Upcycling – Zwei Bretter in neuer Funktion“ hatten die Schüler*innen der Sekundaria zwei Wochen lang die Möglichkeit, aus alten, ausrangierten Skiern nützliche Gebrauchsgegenstände herzustellen. Angeleitet wurden sie dabei von unserem Experten Jakob Lederer, der sich mit dieser Idee selbständig gemacht hat (https://skimoebel.at).
Von Beginn weg in die Planung involviert, bauten die Schüler*innen unter Anleitung von Jakob ein Gemeinschaftsobjekt: eine Sitzbank –, für die aus Komfortgründen nicht nur Alpinskier, sondern auch breitere Sprungskier verwendet wurden. Seitdem ist diese Bank wichtiger Bestandteil unserer Schule und wird täglich benutzt.

Zusätzlich produzierte jede Schülerin/jeder Schüler ein persönliches, nützliches Objekt für den Haushalt aus „Skiabfällen“. So entstanden beispielsweise Buchstützen, Schuhlöffel oder Handyhalterungen.


Besonderes Highlight war die Herstellung von selbstgemachten Skiern. Hier zeigte uns Jakob, aus welchem Material Skier aufgebaut sind und welche Arbeitsschritte dafür notwendig sind, um funktionierende Skier in Handarbeit herzustellen.
Im Zuge des Projektes lernten die Schüler*innen das Konzept des Upcyclings, sowie wertvolle Aspekte von Materialkunde und Arbeitssicherheit kennen. Ein Einblick in die (österreichische) Skigeschichte rundete das Projekt ab.
Schulleitung: Monika Berze
Klassenlehrer*innen: Florian Knall (mit Unterstützung von Claudia Mühlbacher und Helena Fischer)
Teilnehmer*innen: Sekundaria, bestehend aus 28 motivierten Schüler*innen
Experte: Jakob Lederer

Am ersten Tag gab Jakob einen Einblick in seine Tätigkeit. Es wurde erarbeitet, welche Bereiche das Thema Nachhaltigkeit umfasst, und welche Rolle dabei das Konzept des Upcyclings spielt. Zudem wurde die Zeit genutzt zu planen, welche Objekte in den folgenden beiden Wochen produziert werden sollten. Schnell einigten sich die Schüler*innen auf eine Sitzbank.
Ab dem 2. Tag wurde direkt in der Werkstatt von Jakob fleißig gearbeitet.
Davor wurde uns nähergebracht, welche Schutzausrüstung zu verwenden, und worauf beim Arbeiten mit Maschinen zu achten war.
Die folgende Fotodokumentation zeigt die Schüler*innen beim Planen, Messen, Putzen, Bohren, Sägen und Nieten. Für viele war der Umgang mit den diversen Maschinen Neuland, aber schlussendlich wurden diesbezügliche Hemmungen abgebaut und die handwerklichen Objekte gestaltet.

Zunächst wurde aus dem üppigen Fundus von Jakob Lederer, der auch sehr wertvolle Einzelstücke umfasst, ausgewählt, welche Skier verwendet werden sollten.
Bei der Auswahl wurde auch auf die farbliche Abstimmung geachtet.


Zunächst wurde geputzt und geschliffen…
… und die alten, verstaubten Skier wieder sauber gemacht.


Es wurde gemessen…
… gesägt, …


… genietet …

… und gebohrt.
In der 2. Woche nutzten wir einen Tag für einen Ausflug ins Skimuseum in Mürzzuschlag, wo uns die Geschichte des Skisports generell, aber insbesondere die österreichische Tradition nähergebracht wurde.


Zum Abschluss gab es eine Präsentation, in der die Kinder stolz zeigten, was sie in den vergangenen beiden Wochen vollbracht hatten.

Entsprechend der Projektziele wurden die Jugendlichen in folgenden Bereichen gestärkt:
✓ Kreativität und Teamarbeit
✓ Handwerkliche Umsetzung und Arbeitssicherheit
✓ Materialkunde
✓ Nachhaltigkeit und Upcycling
✓ Kulturelles Bewusstsein
Die Schüler*innen haben:
✓ ein Gemeinschaftsobjekt aus alten ausrangierten Skiern konzipiert und gebaut, welches im Schulalltag genutzt werden kann und an das Projekt und die darin gewonnenen Erfahrungen erinnert.
✓ ein erweitertes Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Upcycling entwickelt und wie sich das Konzept in den eigenen Alltag integrieren lässt.
✓ praktische Fähigkeiten im Umgang mit Werkzeugen gesammelt und im eigenen Schaffen erfahren.
✓ Kenntnisse über verschiedene Materialien und deren Bearbeitung erfahren.
✓ ein Verständnis für Handwerk als Berufsfeld als Entscheidungshilfe für die eigene berufliche Weiterentwicklung gewonnen.
Exemplarisch sind anschließend einige Aussagen der Teilnehmenden angeführt, die während bzw. nach dem Projekt entstanden:
„Mich hat beeindruckt, dass Jakob teilweise mit Skiern aus dem 19. Jahrhundert arbeitet.“
„Ich habe gelernt, wie man mit einer elektrischen Säge Metall schneidet. Dabei entstand so viel Staub, dass die Schutzmaske wirklich notwendig war.“
„Ich habe gelernt, wie man mit Werkzeug umgeht.“
„Ich habe mitgenommen, dass man auch in seinem Alltag Upcycling betreiben kann. Damit kann ich mithelfen, unsere Umwelt zu schonen.“
„Für unsere Werkstücke haben wir fast ausschließlich Skimaterialien verwendet. Es wurde nur Material zugekauft, das wir unbedingt benötigten.“
„Besonders beeindruckt hat mich, wie ein Ski mit so vielen Schichten so gut zusammenhält. Dafür wird er mit einem Druck von einer Tonne zusammengepresst.“
„Wir arbeiteten mit vielen Werkzeugen und Maschinen. Zuerst habe ich mich nicht getraut, die Bandsäge zu benutzen, aber im Nachhinein war das gar nicht schlimm.“
„Die Skibank, die jetzt bei uns in der Schule steht, ist ein Highlight für mich.“
„Ich weiß jetzt, wofür man Nieten benötigt.“
„Ich habe gelernt, dass man aus fast allem etwas Neues, Nützliches herstellen kann.“
„Die zwei Wochen haben uns als Gruppe zusammengeschweißt, da man sich beim Arbeiten mit gefährlichen Werkzeugen aufeinander verlassen muss. Außerdem haben wir gemeinsam an einem gemeinsamen Ziel gearbeitet.“

